Buxtehude – die unbekannte Stadt in der Nähe von Hamburg

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Buxtehude

Die Stadt Buxtehude ist vielen ein Begriff und zugleich ist doch oft nur wenig über die Besonderheiten bekannt. Mit 40.000 Einwohnern ist Buxtehude eine der größeren Städte im sogenannten alten Land, welches noch zur Metropolregion Hamburg zählt und daher viele Pendler anzieht. Die Entfernung zur Hansestadt beträgt nur 30 Kilometer und ist für die guten Verkehrsanbindungen von Buxtehude verantwortlich. Zu den größten Besonderheiten, die die Besucher dort erwartet, zählt eine schön gestaltete und verzierte Altstadt, die sich direkt im Kern des Ortes befindet. Ansonsten bietet sich immer wieder die Möglichkeit, in das besondere Lebensgefühl des Nordens einzutauchen.

Die Geschichte von Buxtehude
Da das heutige Stadtgebiet von Buxtehude eine sehr günstige geographische Lage aufzuweisen hat, kamen bereits die alten Römer auf die Idee, dort erste Siedlungen zu errichten. Als Vorläufer der Stadt können diese jedoch nicht bezeichnet werden, weshalb die offizielle Historie von Buxtehude erst im Jahr 959 nach Christus beginnt. Zu dieser Zeit entstand auf dem heutigen Stadtgebiet die bäuerliche Siedlung Buochstadon. Dies bedeutet vermutlich so viel wie Buchenstädte und beschreibt dabei die Lage der Siedlung. Warum sich daran nun später die Silbe „hude“ anschloss, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Zum einen ist es möglich, dass damit die Bezeichnung eines konstruierten Schiffsanlegers gemeint ist, der nahe der Stadt existierte. Auf der anderen Seite ist es aber auch möglich, dass die Silbe einfach den Zusammenschluss mehrerer Ortschaften beschreibt, wie es ihn in Schleswig-Holstein oder auch in Mecklenburg immer wieder gibt.

Zwischen den Jahren 1280 und 1285 war es der Erzbischof Giselbert von Bremen, der eine erste Festung für die Stadt installierte. Diese wurde zuerst separat zur Siedlung errichtet, doch durch das stete Wachstum konnten beide Felder nur wenige Jahre später zusammengeführt werden. Im Jahr 1328 bekam Buxtehude schließlich das Stadtrecht verliehen, was es möglich machte, die Verwaltung zum ersten Mal selbst in die Hand zu nehmen. Im 17. Jahrhundert kam es dann nach dem Ausbruch des dreißigjährigen Kriegs zu einem der schlimmsten Kapital in der Geschichte von Buxtehude, denn die Stadt wurde von der Pest heimgesucht, die große Teile der Bevölkerung tötete. Es folgte unter anderem die Zeit der französischen Vorherrschaft, die sich in gestalterischer Hinsicht bis heute auf Buxtehude ausgewirkt hat. Erneut wechselte dabei die Verwaltung, wobei Buxtehude bis ins späte 18. Jahrhundert wieder selbstständig verwaltet werden konnte. Die Stadt selbst zählt inzwischen zum Landkreis Stade und darf sich nach einem gestellten Antrag, der im Jahr 2014 final genehmigt wurde, wieder offiziell als Hansestadt bezeichnen. Damit war es nicht nur möglich, Tribut an die eigene Geschichte zu zollen, sondern sich zugleich auch in eine Reihe von namhaften Städten in der gleichen Region einzureihen.

Sehenswürdigkeiten in Buxtehude
In Buxtehude hatte man sich bereits früh dazu entschlossen, die historische Altstadt durch die Erlassung eines Gesetzes zusätzlich zu schützen. Damit war es nun für Neubauten nicht mehr möglich, sich ins alte Bild von Buxtehude einzugliedern. Da aber die Zahl der Einwohner in den letzten 30 Jahren noch einmal um 25 Prozent gewachsen ist, war es natürlich notwendig, das Stadtgebiet nach außen hin etwas zu expandieren. Heute zeigt sich der Vorteil dieser Absprache in Buxtehude darin, dass es eine Altstadt zu besichtigen gibt, die zahlreiche Gebäude beinhaltet, die noch aus dem späten Mittelalter stammen. Für Besucher, die einen Blick nach Buxtehude werfen möchten, ist ein Abstecher in das Zentrum der Stadt daher absolute Pflicht.

Die Kirche St.Petri
Eines der Highlights in Buxtehude ist die St.Petri-Kirche. Der Grundstein hierfür wurde in Buxtehude bereits im 13. Jahrhundert gelegt, wobei die äußerliche Fassade bis zu dieser Zeit noch mehrmals umgestaltet wurde, um sich dem Geist der jeweiligen Zeit besser anzupassen. Deutlich jünger ist allerdings die Geschichte des Kirchturms der St.Petri-Kirche in Buxtehude. Dieser wurde im Jahr 1853 durch einen Blitzschlag so schwer beschädigt, dass er in jahrelanger Arbeit durch einen neuen Turm ersetzt werden musste.

Der Marschtorzwinger
Eine weitere Sehenswürdigkeit in Buxtehude stellt der Marschtorzwinger dar, welcher seinerseits bereits im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Ursprünglich war dies eine von ganzen fünf Anlagen, die rund um die noch junge Siedlung errichtet worden waren, um die Einwohner vor Überfällen und Plünderungen zu schützen. Heute ist nur noch der Marschtorzwinger erhalten, doch durch seine stetige Renovierung zeigen sich schöne Einblicke in die Befestigungsanlagen vergangener Tage. Der Innenraum des Zwingers wird zudem gerne für gut besuchte Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen in Buxtehude genutzt.

Das alte Rathaus in Buxtehude
Ein echtes Wahrzeichen von Buxtehude, das mittelalterliche Rathaus, wurde im Jahr 1911 bei einem Brand zerstört. Hier handelte es sich um ein Gebäude, welches noch im 15. Jahrhundert in der ersten großen Hochphase der heutigen Hansestadt errichtet worden war. Im 20. Jahrhundert wurde es nun durch den Bau des Architekten Alfred Sasse aus Hannover ersetzt. Durch den Backsteinbau im Stil der Heimatschutzarchitektur wurde dafür gesorgt, dass sich auch das neue Rathaus wieder in das Bild von Buxtehude einfügt, weshalb es bis heute als ein vollkommen gelungenes Projekt angesehen wird. Zugleich wurden vom Feuer verschonte Reste des historischen Rathauses, die zum Teil noch aus dem 16. Jahrhundert stammen, in den neuen Bau integriert, um so den ursprünglichen Geist des Hauses zu wahren.

Tourismus in Buxtehude
Viele Urlauber, die es in den Norden Deutschlands verschlägt, lassen sich in die Region um Hamburg tragen. Dies liegt unter anderem daran, dass es dort meist viele Sehenswürdigkeiten auf einem relativ kleinen Raum zu entdecken gibt. Obwohl Buxtehude an und für sich nur 40.000 Einwohner zählt, ist der Tourismus stark ausgeprägt und damit ein ganz wesentlicher Teil der Wirtschaft in Buxtehude. Dafür wurden dementsprechend auch bereits einige Unterkünfte für die Besucher geschaffen. Je zentraler man dabei natürlich im Ort unterkommen möchte, desto teurer sind in der Folge auch die Zimmer, die es dort zu vergeben ist. Grundsätzlich werden aber alle Preiskategorien bedient, weshalb am Ende jeder in Buxtehude eine passende Unterkunft finden kann. Neben der Stadt selbst sind es aber auch die schönen Rad- und Wanderwege in der Region, die ein großer Publikumsmagnet sind und in einem entscheidenden Maße dazu beitragen, dass sich während des Aufenthalts in Buxtehude so viele unterschiedliche Möglichkeiten ergeben, die man so für sich nutzen kann.

Die Gastronomie in Buxtehude
Wen in Buxtehude einmal der Hunger plagen sollte, der kann direkt auf eine große Vielfalt an unterschiedlichen Restaurants und Gaststätten setzen. Dabei steht vor allem die typische regionale Küche auf dem Plan, die lokale Spezialitäten wie Aalsuppe oder verschiedene Gerichte mit Grünkern in sich trägt. Ansonsten wird sehr viel mit frischem Fisch gekocht, den es im Norden Deutschlands in zahlreichen unterschiedlichen Varianten zu entdecken gibt. Auch hier ist in Buxtehude für eine große Bandbreite bezüglich des Angebots gesorgt, welches von der einfachen Einkehr in einem der vielen Gasthäuser bis hin zu einem luxuriösen Dinner reicht. Je nach dem, wo also die eigenen Vorlieben in Buxtehude liegen, kann jeder eine passende Lokalität für sich entdecken. Wer weniger Wert auf die lokalen Speisen legt, findet aber auch einige italienische und griechische Restaurants in Buxtehude.

Vereine und Freizeit in Buxtehude
Die Stadtverwaltung von Buxtehude hat bereits vor vielen Jahren ein Programm in die Wege geleitet, das es sich zum Ziel gesetzt hat, den Jugendlichen der Stadt noch weitreichendere Möglichkeiten zur Beschäftigung mit an die Hand zu geben. Dies hat nun zu einer großen Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten in Buxtehude geführt, die man für sich entdecken kann. So beginnt das Ganze bereits mit großen Schwimmbädern, die sich am Rand der Stadt befinden. Auch ein Freibad ist vorhanden, falls auch im Norden die Temperaturen wieder etwas höher klettern sollten. Hinzu kommen zahlreiche Radwege in und um Buxtehude, auf denen es möglich ist, die Region ganz im eigenen Tempo zu erkunden. Möglich ist dies dank der zahlreichen Fahrradverleihe, die in der Region verfügbar sind und die vom Freizeitrad über das Mountainbike bis hin zum E-Bike alles im Sortiment haben. Buxtehude bietet zudem einige Stadtführungen durch den historischen Stadtkern an, bei denen extra ausgebildete Fremdenführer viele interessante Hintergründe zu den Begebenheiten in Buxtehude vermitteln.

Wie so häufig steht auch im Vereinsleben in Buxtehude der Sport im Mittelpunkt. Mit dem Buxtehuder SV von 1862 und dem TSV Immenbeck gibt es im unmittelbaren Umkreis mehrere Clubs, die es jeder Altersgruppe möglich machen, am Ball aktiv zu werden. Ansonsten gibt es noch viele weitere Interessensgemeinschaften, die sich auch im Bereich der Kultur sehr aktiv zeigen. Ein weiterer Kernpunkt bezieht sich dabei auf den weiteren Erhalt der Stadt, den die Einwohner in Buxtehude in einem ganz entscheidenden Maße mitbestimmen dürfen. Damit soll sichergestellt werden, dass Buxtehude trotz des starken Wachstums in den letzten Jahren im Kern so erhalten bleibt, wie es noch heute besichtigt werden kann.

Am Ende zeigt sich also deutlich, warum Buxtehude inzwischen weit mehr ist, als nur eine Märchenstadt, in der sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Stattdessen bietet die Hansestadt dank ihrer langen und bewegten Geschichte weitreichende Einblicke in das frühere Leben im Norden. Zugleich ist es einfach auch die so wunderschöne Lage, die einen wichtigen Teil zur besonderen Atmosphäre beiträgt. Angesichts dieser Punkte, die Buxtehude allesamt zu erfüllen weiß, ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch Touristen vermehrt in diese Gegend streben möchten.

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